„Die Hölle, das sind die anderen.“— Jean-Paul Sartre, Geschlossene Gesellschaft
Drei Menschen. Ein Raum. Keine Tür, die sich öffnet.
Drei Menschen werden nach ihrem Tod in einen Raum gebracht, aus dem es kein Entkommen gibt. Keine Flammen, keine Folterwerkzeuge — nur ein Sofa, ein paar Möbel und die jeweils zwei anderen. Was als Verhör beginnt, wird zur endlosen Belauerung.
Uraufgeführt 1944 in Paris, zählt Huis clos seither zum festen Repertoire der europäischen Bühne. Aktuell macht es heute nicht der existenzialistische Überbau — sondern die präzise Beobachtung dessen, was passiert, wenn drei Menschen einander nicht entkommen können: in einer Beziehung, in einer Familie, in einer Echokammer.
Jean-Paul Sartre war einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts. Als Begründer des französischen Existenzialismus prägte er die Philosophie ebenso wie die Literatur. In seinen Werken setzte er sich mit Freiheit, Verantwortung und der Absurdität der menschlichen Existenz auseinander — überzeugt, dass der Mensch zur Freiheit verurteilt ist: er muss wählen, handeln und die Konsequenzen tragen.
Neben Hauptwerken wie „Das Sein und das Nichts“ schrieb er Romane, Essays und vor allem Theaterstücke, in denen seine Ideen konkret erfahrbar werden.
1964 lehnte er den Literaturnobelpreis ab, weil er sich nicht vereinnahmen lassen wollte. Er blieb zeitlebens politisch engagiert, kritisch und unbequem — in Denken wie in Kunst.
Übersetzer Traugott König erhielt für seine Sartre-Übersetzung den Helmut-M.-Braem-Übersetzerpreis (1978) sowie den Johann-Heinrich-Voß-Preis (1988).
Das Projekt entstand als Abschlussinszenierung einer Schauspielschule. Im Juni 2025 nahm das Team in vier Vorstellungen im ACUD-Theater Berlin eine erste Annäherung an den Text vor — weitgehend ohne ironische Distanzierung, Sartres Figuren ernstnehmend als Menschen, gefangen in einer Situation, die sie selbst herbeigeführt haben.
Die Resonanz war außerordentlich positiv. Gerade auch nicht theateraffine Menschen fanden Zugang zu diesem komplexen Stück; nach den Vorstellungen entstanden lange, differenzierte Gespräche, in denen sich die Zuschauer*innen selbst reflektierten. Daran wollen wir anknüpfen.
Außerdem beteiligt: Sarah Eckert — Kellnerin · Kay Dietrich — Regie · Romy Sukkiniek — Regieassistenz · Raphael Howein — Fotografie & Dokumentation.
Nadja Geuther und Christian Yupanqui stehen für die Wiederaufnahme nicht zur Verfügung. Die Neubesetzung erfolgt mit dem Kernteam 2027.
Die Originalproduktion war eine Suchbewegung — die Wiederaufnahme 2027 ist der Versuch, das Gefundene zu vertiefen und zu präzisieren.
Gerade angesichts der größer werdenden Widersprüche im Zustand unserer menschlichen Gesellschaft ist eine Neubewertung der Figuren für uns unabdingbar.
Als Abschlussstück der Fritz-Kirchhoff-Schauspielschule war die Besetzung gegeben. Jetzt öffnen wir den Prozess und suchen die passendere Besetzung — offen für jeden Menschen, frei von Gender, Herkunft und Religionszugehörigkeit, klar gegen die Diskriminierung von Minderheiten.
Kein Salon, kein Möbel-Realismus — ein Raum, der weder konkret ist noch abstrakt, in dem Zeit und Ort fluktuieren. Präzises Licht und eine minimale Musik-Ebene, die die Schönheit der Musik durch Wiederholung in ein modernes Folterinstrument verwandelt.

Schauspielerin und seit 2025 künstlerische Leitung der Produktion; in der Originalaufführung als Inès. Sie steht u.a. im FEZ, auf der Astrid-Lindgren-Bühne sowie in Film und Fernsehen auf der Bühne.

Regisseur und Schauspieler, führte schon 2025 Regie. Seine Arbeiten sind von besonders ruhigen Inszenierungen mit Tiefe geprägt. 2012 erhielt er für „Frau Holle“ den Ikarus-Preis für die beste Inszenierung für Kinder.

Bringt Erfahrung aus Produktion und Kameraarbeit zusammen; als Producer u.a. für Volkswagen und Spotify tätig. Als DOP arbeitete er an „Männerherzen“ und „Perfect Love“ sowie für BYD, Aston Martin und Hugo Boss.
Die Inszenierung ist als reisefähige Produktion konzipiert. Alle Angaben sind Richtwerte — in jeder konkreten Spielstätten-Situation werden die technischen Details mit dem Haus abgestimmt.
Detaillierte Informationen entnehmen Sie bitte unserem Technik-Rider (gesondertes Dokument).
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldung und stehen für ein Gespräch, einen Anruf oder ein Treffen in Berlin jederzeit zur Verfügung.